Energieversorgung in Griechenland

 

In Griechenland heißt es erst einmal zur Energiegewinnung: Atomkraft - Nein Danke !

Diese positive Einstellung hat beim zweiten Hinsehen aber auch ihre negativen Seiten. Sollte man nun denken, dass Griechenland aufgrund seiner vielen windreichen Regionen und seiner intensiven Sonnenbestrahlung einen großen Anteil  an erneuerbaren Energien einsetzt, so liegt man falsch.

Auch wenn in den letzten Jahren viele politische Entscheidungen pro regenerativer Energien gefallen sind, so liegt der Anteil der Sonnenenergie an der Stromerzeugung derzeit bei rund 3 %. Allerdings hat sich Griechenland verpflichtet, den Anteil der erneuerbaren Energien (Sonne, Wind, Wasser) bis 2020 auf 18% ausgebauen.

Megalopoli-Braunkohlekraftwerde

Zur Zeit ist der Hauptenergieträger in Griechenland allerdings die Braunkohle. Ihr Anteil liegt, natürlich auch aufgrund der eigenen Braunkohlevorkommen, bei rund 58%. Dies hat ökologisch aber auch einige Nachteile. Neben der unmittelbaren Belastung der Umgebung durch den Ausstoss der entsprechenden Schadstoffe gelten Braunkohlekraftwerke auch wegen ihres hohen CO2-Ausstosses als eine der Haupt-Klimakiller.

Bei einer Erfassung der "dreckigsten Kraftwerke der EU" liegen zwei griechische Kohlekraftwerke auf Platz 1 (Kraftwerk Agios Dimitrios) und 2 (Kraftwerk Kardioa). Als Deutsche Staatsbürger sollte man allerdings nicht direkt mit dem Finger auf die Griechen zeigen. Unter den ersten zehn dieser Liste befinden sich nämlich auch sechs deutsche Kraftwerke.

Hier eine Übersicht der Anteile an der Energieproduktion (Zahlen von 2012):

Braunkohle: 58%
Erdgas: 23%
Erdöl: 6%
Wasserkraft: 5%
Sonne: 3%
Wind: ?

Nicht berücksichtigt ist bei diesen Zahlen, dass in Griechenland bereits seit langem die Solarenergie zur Gewinnung von Warmwasser eingesetzt wird. Hier genügt ein Blick auf die Häuser, um zu sehen, dass dieser Anteil nicht gering ist.

An Kraftwerken auf dem Peloponnes ist in erster Linie das Braunkohlekraftwerk bei Megalopolis zu nennen. Direkt am Kraftwerk befindet sich auch das Braunkohlevorkommen, was den Standort erklärt.

 

Solarenergie in Griechenland

In den letzten Jahren ist zu beobachten, dass in einigen Regionen nach und nach kleinere, dezentrale Solaranlagen zur Energiegewinnung entstehen. Diese liegen oft versteckt im Landesinneren und fallen aufgrund ihrer geringen Größe in der Landschaft kaum auf. Auch wenn Griechenland rund 300 Sonnentage hat, muß hier noch einiges investiert werden.

Solaranlage auf dem Peloponnes

Die aus Photovoltaik-Anlagen gewonnene Energie übersteigt in Griechenland Ende 2012 die Gigawatt-Marke. Mit 196 Megawatt ist der Peloponnes die Region in Griechenland, wo der meiste Strom aus der Sonnenenergie gewonnen wird.

Mit dem angestrebten Ziel des Ausbaus der Solarenergie sollen dann durch den Stromexport Gewinne generiert werden, die zum Abbau der Staatsschulden verwendet werden. Dieser Plan ist aber zur Zeit unrealistisch. Es gibt, ähnlich wie in Deutschland, noch keine entsprechenden Leitungen.

Photovoktaik-Anlage auf dem Peloponnes in Griechenland

 

 

 

Auch beim zügigen Ausbau der Solarenergie hindert die Bürokratie. Genehmigungsverfahren ziehen sich über einen unnötig langen Zeitraum hin und schrecken dadurch natürlich auch potenzielle Investoren, nicht nur aus dem Ausland, ab.

 

 

Letzte Aktualisierung: 2. März 2017